In Bonn begegnet man bei jedem zweiten Bauvorhaben im Talbereich dem charakteristischen Schichtwechsel aus quartären Rheinterrassen – einem Wechselspiel aus dicht gelagerten Kiesen und darunterliegenden tertiären Tonen. Das ist die klassische Situation, in der ein standardisierter Spundwandverbau ohne Zusatzmaßnahmen an seine Grenzen stößt. In unserer Erfahrung aus dutzenden Projekten zwischen Bad Godesberg und Beuel zeigt sich: Erst die Kombination aus temporären aktiven Litzenankern und einer auf Dauerhaftigkeit ausgelegten passiven Verpressstrecke bringt die nötige Systemsicherheit. Gerade wenn die Aushubtiefe unterhalb des mittleren Rheinpegels liegt, wird die korrosionsgeschützte Korngrößenanalyse im Vorfeld zur Pflicht, weil der Feinkornanteil im Kies die Injektionsfähigkeit massiv beeinflusst.
Ein korrekt bemessener Verpressanker ist kein Zugelement – er ist ein dreidimensionaler Interaktionskörper mit dem umgebenden Baugrund, dessen Tragverhalten sich erst in der kombinierten Prüfung aus Zug- und Kriechversuch offenbart.
Leistungsmerkmale in Bonn

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Typische technische Herausforderungen in Bonn
Die Bonner Rheinterrassen bergen ein spezifisches Risiko, das man in den Lössgebieten des Umlands so nicht kennt: hydraulische Kurzschlüsse durch offene Kieslagen. Sobald ein Ankerbohrloch eine gespannte Grundwasserschicht anbohrt, kann das Wasser unkontrolliert in die Baugrube drücken und den frisch verpressten Zementleim ausspülen. In der Godesberger Rheinaue haben wir das mehrfach erlebt – der Ausweg liegt in einer Doppelpacker-Injektion mit gestaffeltem Wasserdrucktest (WD-Test) vor der Verankerung. Ein zweiter kritischer Punkt ist der Korrosionsschutz bei Dauerankern unterhalb des Rheinpegels: Hier verlangt die ZTV-ING den Einsatz von wellrohrgeschützten Litzen mit nachträglicher Nachverpressung. Wer diese lokalen Eigenheiten ignoriert, riskiert Ankerkraftverluste von über 40 % innerhalb der ersten zwei Jahre.
Unsere Leistungen
Die Ankerbemessung in Bonn decken wir in zwei klar getrennten Leistungsphasen ab – von der Voruntersuchung bis zur Abnahmeprüfung. Beide Phasen bauen aufeinander auf und sind spezifisch auf die lokalen Baugrundverhältnisse zugeschnitten.
Geotechnische Bemessung aktiver und passiver Anker
Rechnerische Auslegung der Anker nach EC7-1 und EAB. Wir ermitteln die erforderliche Ankerkraft, die freie Stahllänge anhand des tiefsten Gleitkreises und die Verpresskörperlänge auf Basis der lokalen Mantelreibungswerte. Die Bemessung umfasst den Nachweis der inneren und äußeren Standsicherheit sowie die Festlegung der Prüfkriterien für die spätere Ausführung.
Eignungs- und Abnahmeprüfungen nach DIN EN ISO 22477-5
Vor Ort führen wir Eignungsprüfungen an mindestens 3 Ankern pro Verbauabschnitt durch. Unsere Messtechnik erfasst Kraft, Weg und Kriechmaß in Echtzeit. Die Prüfprotokolle sind DAkkS-akkreditiert und direkt für den Prüfingenieur und die Bauaufsicht verwertbar. Bei Abnahmeprüfungen kontrollieren wir stichprobenartig 10 % aller Anker.
Häufige Fragen
Was kostet die Bemessung und Prüfung von Ankern in Bonn?
Die Kosten für eine geotechnische Ankerbemessung mit begleitender Prüfung liegen in Bonn typischerweise zwischen €870 für ein kleines Einfamilienhaus-Bauvorhaben und €3.820 für eine umfangreiche Baugrube mit mehreren Ankerlagen und Dauerankern. Der Preis hängt von der Anzahl der Anker, der erforderlichen Prüfstufen (Eignungs- oder Abnahmeprüfung) und der Komplexität des Baugrunds ab.
Worin unterscheiden sich aktive und passive Anker in der Praxis?
Ein aktiver Anker wird nach dem Einbau vorgespannt – er zieht die Spundwand oder den Träger aktiv gegen den Boden und verhindert Verformungen, bevor sie entstehen. Ein passiver Anker wird erst durch die Bewegung des Verbaus 'aktiviert'. In Bonn setzen wir aktive Anker vor allem bei setzungsempfindlicher Nachbarbebauung ein, passive Anker hingegen bei tiefen Baugruben im Kies, wo eine kontrollierte Verformung zulässig ist.
Warum sind Kriechversuche bei Ankern im Rheinkies so wichtig?
Der Rheinkies in Bonn neigt durch seine abgerundete Kornform und den variierenden Feinkornanteil zu einem zeitabhängigen Verformungsverhalten unter Dauerlast. Ein Kriechversuch nach DIN EN ISO 22477-5 misst über 15 bis 60 Minuten, ob der Anker unter konstanter Last nachgibt. Steigt das Kriechmaß über den zulässigen Grenzwert, muss der Verpresskörper verlängert oder die Injektionstechnik geändert werden.