Die urbane Entwicklung Bonns, geprägt vom Regierungssitz bis zur heutigen UN-Stadt, stellte die Gründungstechnik stets vor besondere Herausforderungen. Der Untergrund im Stadtgebiet, das sich auf einer Höhe von etwa 60 m ü. NHN entlang des Rheins erstreckt, ist durch mächtige quartäre Lockersedimente gekennzeichnet, die oft erst in Tiefen von 15 bis 25 Metern tragfähige Horizonte erreichen. Für Hochbauten im Bundesviertel oder Brückenbauwerke über den Rhein reichen Flachgründungen selten aus, weshalb die Pfahlgründungsbemessung zum zentralen Bestandteil jeder geotechnischen Planung wird. Unser Labor ermittelt dafür die erforderlichen Kennwerte aus Bohrungen und Drucksondierungen, die als Basis für die Bemessung von Bohrpfählen und Verdrängungspfählen nach den Empfehlungen des Arbeitskreises 'Pfähle' (EA-Pfähle) dienen. Bevor die Pfahlgeometrie festgelegt wird, ergänzen wir die Untergrunderkundung häufig durch eine Korngrößenanalyse der rolligen Rheinsedimente, um die Mantelreibung wirklichkeitsnah abzubilden und den Einfluss des variierenden Feinkornanteils auf die Pfahltragfähigkeit zu quantifizieren.
Die Lastabtragung in Bonns Rheinsedimenten erfordert eine differenzierte Betrachtung von Mantelreibung und Spitzendruck, denn der Feinkornanteil variiert bereits auf kurzer Distanz um bis zu 15 Prozent.
Leistungsmerkmale in Bonn

Typische technische Herausforderungen in Bonn
Die Pfahlprobebelastung auf einer Baustelle in Bonn-Beuel zeigte, wie kritisch die realitätsnahe Modellierung der Mantelreibung in den Rheinsedimenten ist. Wir setzen dafür instrumentierte Osterberg-Zellen in Testpfählen ein, die eine getrennte Messung von Mantelreibung und Spitzendruck über die gesamte Pfahllänge ermöglichen. Das größte Risiko einer fehlerhaften Pfahlgründungsbemessung liegt in der Unterschätzung der negativen Mantelreibung, die durch Setzungen weicher Schichten unter einer Damm- oder Auffüllungslast induziert wird. In der Bonner Rheinaue mit ihren geringmächtigen, kompressiblen Auelehmen entstehen so ungeplante Zusatzlasten, die bei Nichtbeachtung zu unzulässigen Setzungen führen. Ein weiterer Unsicherheitsfaktor ist die Gruppenwirkung von Pfählen unter der Blocklast großer Bürokomplexe: Hier muss die Interaktion zwischen den Pfählen über die Abschirmung der Spannungsausbreitung berücksichtigt werden, was wir mit dem Ansatz nach Poulos in die Bemessung integrieren.
Unsere Leistungen
Unsere Pfahlgründungsbemessung für Bonn stützt sich auf ein abgestuftes Untersuchungsprogramm, das von der Baugrunderkundung bis zur standsicherheitlichen Nachweisführung reicht. Wir liefern prüffähige statische Berechnungen für alle gängigen Pfahlsysteme.
Axiale und horizontale Pfahlbemessung
Ermittlung der charakteristischen Pfahlwiderstände aus Drucksondierungen und Laborversuchen. Wir dimensionieren Bohrpfähle, Verdrängungspfähle und Mikropfähle für Hoch- und Brückenbauten in Bonn unter Berücksichtigung der spezifischen Rheinsedimente nach EC 7 und EA-Pfähle.
Setzungs- und Gruppenwirkungsanalyse
Berechnung der lastabhängigen Setzungen von Einzelpfählen und Pfahlgruppen mit tiefenabhängigem Steifemodul. Die Interaktion innerhalb der Pfahlgruppe wird über numerische Ansätze abgebildet, um die Differenzsetzung für sensible Bauwerke im Bonner Bundesviertel zu minimieren.
Häufige Fragen
Welche Normen sind für eine Pfahlgründungsbemessung in Bonn maßgebend?
Die Bemessung erfolgt auf Grundlage des Eurocode 7 (DIN EN 1997-1) mit dem zugehörigen nationalen Anhang DIN EN 1997-1/NA. Ergänzend werden die DIN 1054:2021-04 für Sicherheitsnachweise im Erd- und Grundbau sowie die Empfehlungen des Arbeitskreises 'Pfähle' (EA-Pfähle) herangezogen, die den Stand der Technik für Pfahlgründungen in Deutschland definieren.
Mit welchen Kosten muss ich für eine Pfahlgründungsbemessung in Bonn rechnen?
Die Kosten für eine vollständige Pfahlgründungsbemessung liegen je nach Bauwerksklasse und erforderlichem Erkundungsumfang zwischen €1.300 und €5.840. Der Preis hängt wesentlich von der Pfahlanzahl, der Komplexität des Schichtenprofils und der Notwendigkeit ergänzender Drucksondierungen ab. Wir erstellen Ihnen nach Sichtung der Baugrundvoruntersuchung ein detailliertes Angebot.
Wie wird die Mantelreibung in Bonns Rheinsedimenten korrekt bestimmt?
Die Mantelreibung in den sandig-kiesigen Rheinsedimenten ermitteln wir primär aus Spitzendruckwerten der Drucksondierung (CPT) über standardisierte Korrelationen nach EA-Pfähle. Ergänzend werden Laborversuche zur Korngrößenverteilung und Lagerungsdichte herangezogen, um den Einfluss des variierenden Feinkornanteils auf den Reibungswinkel zu quantifizieren und die Abminderungsfaktoren für die Mantelreibung wirklichkeitsnah festzulegen.