Die Bodenverhältnisse in Bonn trennen sich entlang der Rheinterrassen: In der Rheinaue von Beuel dominieren junge, bindige Auenlehme mit hohem Tonanteil, während in den Hanglagen des Venusbergs und Poppelsdorfs tertiäre Tone und Schluffe anstehen. Die Konsistenz dieser bindigen Böden schwankt stark mit dem Wassergehalt. Ein Bauherr, der im Bonner Norden ein Wohnhaus plant, steht vor anderen plastischen Eigenschaften als jemand, der am Kottenforst-Rand baut. Genau hier setzen die Atterberg-Grenzen an: Fließgrenze und Ausrollgrenze liefern die Kennwerte, die über Verdichtbarkeit, Tragfähigkeit und Setzungsverhalten entscheiden. Unser Labor in Bonn bestimmt die Plastizitätszahl nach DIN EN ISO 17892-12 – akkreditiert, reproduzierbar und mit lokaler Probenahme kombiniert. Für eine vollständige geotechnische Charakterisierung ergänzen wir den Versuch mit der Korngrößenanalyse, wenn der Feinkornanteil den Grenzwert überschreitet, und mit dem Proctor-Versuch, sobald Einbauziele für den Aushubboden definiert werden müssen.
Tonminerale aus der Bonner Rheinaue erreichen Plastizitätszahlen über 25 Prozent – ohne Atterberg-Versuch bleibt das Quellrisiko unsichtbar.
Leistungsmerkmale in Bonn

Typische technische Herausforderungen in Bonn
Bonn liegt auf 60 m ü. NHN, doch die quartären Terrassenablagerungen unter der Innenstadt reichen bis zu 30 m tief und enthalten Wechsellagerungen aus plastischen Tonen und rolligen Kiesen. Wird die Plastizität falsch eingeschätzt, kommt es zu Setzungsdifferenzen, Frosthebung oder Quellschäden – Schadensfälle, die wir aus Gutachten in der Weststadt kennen. Ein Boden mit Fließgrenze unter 35 % gilt als schwach plastisch und ist bei Wasserzutritt weniger problematisch. Steigt der Wert über 50 %, sprechen wir von ausgeprägt plastischem Ton, der Tragfähigkeit einbüßt und im Straßenbau zur Gefahr wird. Gerade bei CBR-Prüfungen für den Bonner Verkehrswegebau korrelieren wir die Atterberg-Ergebnisse direkt mit dem Quellvermögen des Unterbaus. Unsere Laborleitung rät: Keine Gründungsbemessung in bindigen Böden ohne Atterberg-Grenzen – die DIN 1054 fordert sie explizit für geotechnische Kategorie 2 und 3.
Unsere Leistungen
Von der Probenahme bis zur Einordnung in die Bodengruppe nach DIN 18196 – unser Bonner Labor bietet ein abgestimmtes Leistungsbild für bindige Böden:
Atterberg-Grenzen Bestimmung
Ermittlung von Fließgrenze, Ausrollgrenze und Plastizitätszahl nach DIN EN ISO 17892-12. Inklusive Feuchtebestimmung und Konsistenzbewertung.
Kombipaket Klassifikation
Atterberg-Grenzen plus Sieblinie und Sedimentationsanalyse. Vollständige Bodenansprache nach DIN 18196 für Gründungsgutachten.
Quell- und Schrumpfprognose
Ableitung des Volumenänderungspotenzials aus der Plastizitätszahl. Praxisnahe Empfehlung für Aushubwiederverwendung und Frostschutz.
Häufige Fragen
Was kosten Atterberg-Versuche im Labor in Bonn?
Die Bestimmung der Atterberg-Grenzen liegt je nach Probenanzahl und Auswerteumfang zwischen 50 und 100 Euro pro Probe. Bei Serienaufträgen bieten wir gestaffelte Konditionen – sprechen Sie uns an.
Welche Probemenge brauche ich für den Versuch?
Sie benötigen etwa 500 Gramm gestörte, feuchte Bodenprobe. Die Entnahme erfolgt am besten in luftdichten Beuteln, um den natürlichen Wassergehalt zu erhalten. Unser Team übernimmt die Probenahme in Bonn und Umgebung.
Warum reicht die Plastizitätszahl allein für die Bodenansprache nicht?
Die Plastizitätszahl zeigt das Bindigkeitspotenzial, sagt aber nichts über die Kornverteilung. Erst mit einer Korngrößenanalyse können Sie die Bodengruppe nach DIN 18196 sicher zuordnen und die Tragfähigkeit realistisch abschätzen.
Wie lange dauert die Laboruntersuchung?
Einzelproben bearbeiten wir innerhalb von 2 bis 4 Werktagen. Express-Auswertungen für laufende Baustellen sind nach Absprache möglich.