Bonn
Bonn, Germany

Proctor-Versuch in Bonn: Verdichtungskontrolle für tragfähige Bauwerke

Wenn unser Team mit dem Stahlzylinder und dem Fallgewicht in Bonn anrückt, wissen die Bauleiter vor Ort meist schon Bescheid: Jetzt geht es um den Nachweis, dass der Untergrund auch wirklich hält. Der Proctor-Versuch – ob als einfacher oder modifizierter Test – ist im Bonner Raum keine bürokratische Pflichtübung, sondern die Grundlage jeder wirtschaftlichen Verdichtung. Gerade auf den Hochterrassen des Rheins mit ihren wechselnden Kies-Sand-Schichten oder in den Lösslehmzonen des Vorgebirges reagiert der Boden extrem sensibel auf den Wassergehalt. Ein Prozent zu viel oder zu wenig, und Sie erreichen die geforderte Trockendichte trotz maximalem Walzeneinsatz nicht. Unsere Aufgabe ist es, genau diesen optimalen Punkt zu finden, bevor der Einbau beginnt. Die Prüfung selbst führen wir nach DIN 18127 durch, ergänzend ziehen wir bei grobkörnigen Böden oft eine Korngrößenanalyse hinzu, um das Verdichtungspotenzial des Materials präziser beurteilen zu können.

Die Proctorkurve ist kein statischer Wert, sondern eine Funktion des Wassergehalts. In den Lösslehmen Bonns entscheiden oft 0,5 Prozent über die Standfestigkeit.

Leistungsmerkmale in Bonn

Bonn liegt mit seinen rund 330.000 Einwohnern in einer geologisch spannenden Übergangszone: vom devonischen Schiefergebirge im Süden über die rheinischen Terrassenablagerungen bis zu den Auenlehmen der Siegmündung im Norden. Diese Vielfalt bringt es mit sich, dass eine Standard-Proctorkurve, die im Stadtbezirk Bad Godesberg bei einem sandigen Kies einwandfrei funktioniert, in Beuel auf der anderen Rheinseite mit schluffigem Auenboden völlig versagen kann. Wir arbeiten deshalb nie mit pauschalen Erfahrungswerten, sondern laborieren jede Charge einzeln. Der einfache Proctorversuch mit 2,5 kg Fallgewicht und 25 Schlägen pro Schicht bildet dabei die klassische Baustellenverdichtung ab, während der modifizierte Versuch mit dem 4,5 kg-Hammer die höheren Anforderungen des modernen Erdbaus simuliert: schwerere Walzen, höhere Lasten, strengere Vorgaben der ZTV E-StB. Entscheidend ist, dass die im Labor ermittelte Proctordichte von 100 % unter den realen Feuchtebedingungen der Bonner Baustelle auch tatsächlich erreichbar ist – sonst ist die ganze Kurve nur graue Theorie.
Proctor-Versuch in Bonn: Verdichtungskontrolle für tragfähige Bauwerke
Proctor-Versuch in Bonn: Verdichtungskontrolle für tragfähige Bauwerke
ParameterTypischer Wert
NormDIN 18127:2012-09
VersuchstypEinfach (2,5 kg) / Modifiziert (4,5 kg)
Schlagzahl pro Schicht25 (einfach) / 25 oder 56 (modifiziert)
Zylinderdurchmesser100 mm oder 150 mm (je nach Größtkorn)
Fallhöhe30 cm (einfach) / 45 cm (modifiziert)
ErgebnisgrößenOptimaler Wassergehalt, max. Trockendichte (Proctordichte)
ProbenmaterialBis 63 mm Größtkorn, Überkornkorrektur nach DIN 18123
AkkreditierungLabor nach DIN EN ISO/IEC 17025

Typische technische Herausforderungen in Bonn

Das Bonner Stadtgebiet hat sich seit der Hauptstadtzeit enorm verdichtet – im doppelten Wortsinn. Wo früher Obstplantagen und sumpfige Rheinauen waren, stehen heute Gewerbegebiete und Wohnquartiere. Die Kehrseite: Viele Neubauten entstehen auf anthropogenen Auffüllungen oder in Bereichen mit hoch anstehendem Grundwasser, wo der Rhein bei Hochwasser bis an die Fundamente drückt. Eine unzureichende Verdichtung fällt hier selten sofort auf; die Setzungen kommen schleichend, über Jahre. Wir erleben regelmäßig, dass ein fehlender Proctor-Versuch im Vorfeld zu Rissbildungen in Bodenplatten führt, weil der eingebaute Boden nachträglich konsolidiert und sich das Tragverhalten völlig verändert. Besonders tückisch sind die verwitterten Tonsteinböden am Hang des Venusbergs, die beim Einbau steinhart wirken, bei Wasserzutritt aber aufweichen und ihre Tragfähigkeit verlieren. Ein sauberer Proctor-Versuch mit definierter Feuchte und Verdichtungsarbeit eliminiert dieses Risiko, bevor die Bodenplatte betoniert ist.

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Anwendbare Normen: DIN 18127:2012-09 – Proctorversuch, DIN 18123 – Bestimmung der Korngrößenverteilung / Überkorn, ZTV E-StB 17 – Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen Erdbau, DIN EN 13286-2 – Proctorversuch für ungebundene Gemische

Unsere Leistungen

Die Proctordichte allein ist ein entscheidender Kennwert, doch für eine umfassende Qualitätssicherung im Erdbau kombinieren wir den Versuch mit weiteren Prüfverfahren, die auf die spezifischen Anforderungen Ihres Projekts in Bonn abgestimmt sind.

Einfacher und modifizierter Proctorversuch

Bestimmung der Proctorkurve mit 3 bis 5 Einzelpunkten je nach Material. Inklusive Überkornkorrektur und grafischer Auswertung des optimalen Wassergehalts für Ihre Ausschreibungsunterlagen.

Verdichtungskontrolle auf der Baustelle

Kombinierte Prüfung mit Sandkegel-Dichtemessung vor Ort und Abgleich mit der Labor-Proctordichte. Wir dokumentieren den Verdichtungserfolg lagenweise und weisen den geforderten Verdichtungsgrad nach.

Plattendruckversuch nach DIN 18134

Ergänzende Prüfung des Verformungsmoduls Ev2 direkt auf der verdichteten Fläche. Gerade bei Bodenplatten und Verkehrsflächen ist dieser Nachweis neben der Proctordichte zwingend erforderlich.

Häufig gestellte Fragen

Wann brauche ich einen einfachen und wann einen modifizierten Proctorversuch?

Das hängt von der Baumaßnahme und den vertraglichen Vorgaben ab. Der einfache Proctorversuch (2,5 kg Fallgewicht) bildet die Verdichtung mit leichten bis mittelschweren Vibrationswalzen ab und ist im Garten- und Landschaftsbau sowie bei einfachen Verfüllungen ausreichend. Der modifizierte Proctorversuch (4,5 kg) entspricht der höheren Verdichtungsenergie moderner Schaffußwalzen und schwerer Glattmantelwalzen. Im Straßenbau, bei hohen Dämmen oder im Gleisbau schreibt die ZTV E-StB fast immer den modifizierten Versuch vor. Wir beraten Sie vorab, welche Variante für Ihr Bauvorhaben in Bonn die richtige ist.

Wie lange dauert ein Proctorversuch im Labor?

Die reine Prüfzeit beträgt etwa 4 bis 6 Stunden, da das Material zunächst getrocknet, portioniert und mit abgestuften Wassergehalten angemacht werden muss. Jeder Punkt der Proctorkurve wird einzeln verdichtet und gewogen. Danach folgt die Auswertung. In der Regel erhalten Sie die Ergebnisse innerhalb von 1 bis 2 Werktagen nach Probeneingang. Bei eiligen Projekten in Bonn ist nach Absprache ein Express-Service möglich.

Was kostet ein Proctorversuch?

Für einen einfachen oder modifizierten Proctorversuch nach DIN 18127 müssen Sie in Bonn mit Kosten zwischen €100 und €200 rechnen, abhängig vom Material (Größtkorn, Überkornanteil) und der Anzahl der Einzelpunkte. Enthalten sind Probenvorbereitung, Prüfdurchführung und Prüfbericht. Bei größeren Serien oder kombinierten Aufträgen mit Verdichtungskontrollen bieten wir wirtschaftliche Paketpreise an – sprechen Sie uns an.

Welche Probenmenge wird für den Versuch benötigt?

Für einen Standardversuch im 100-mm-Zylinder benötigen wir etwa 15 bis 20 kg Material. Bei grobkörnigen Böden mit Größtkorn über 31,5 mm muss der Versuch im 150-mm-Zylinder durchgeführt werden, wofür wir rund 40 bis 50 kg Probenmaterial brauchen. Wichtig ist, dass die Probe repräsentativ für das einzubauende Material ist und nicht nur aus Feinanteilen besteht. Unser Labor in Bonn kann Sie bei der Probenahme anleiten.

Was passiert, wenn der Boden die geforderte Proctordichte auf der Baustelle nicht erreicht?

Das kommt häufiger vor, als man denkt – meist weil der natürliche Wassergehalt des Bodens weit vom optimalen Wert abweicht. Ist der Boden zu trocken, muss er bewässert werden; ist er zu nass, hilft oft nur eine Kalkstabilisierung oder das Abdecken und Warten auf bessere Witterung. In solchen Fällen prüfen wir vor Ort die tatsächliche Dichte mit dem Sandkegelverfahren und vergleichen mit der Laborkurve. Gemeinsam mit der Bauleitung legen wir dann fest, ob zusätzliche Walzübergänge, ein Materialaustausch oder eine Bodenverbesserung die wirtschaftlichste Lösung ist.

Abdeckung in Bonn