Einer der häufigsten Fehler bei Bauvorhaben im Bonner Süden oder in den Hanglagen des Ennert ist die Annahme, man könne die Tragfähigkeit des Baugrunds allein aus geologischen Karten ableiten. Die quartären Ablagerungen der Sieg- und Rheinterrassen sind jedoch so heterogen, dass ohne eine belastbare Erkundung die Gefahr von Setzungsdifferenzen erheblich steigt. Der Standard Penetration Test, durchgeführt als schwere Rammsondierung nach DIN EN ISO 22476-3, liefert hier die notwendige Datengrundlage, indem er die Schlagzahl N30 direkt mit der Lagerungsdichte und Konsistenz der anstehenden Schichten korreliert. Gerade in den Rheinniederungen, wo unter steifen Hochflutlehmen oft rollige, wasserführende Sande lagern, ist die Kombination aus einer kontinuierlichen CPT-Sondierung und stichprobenartigen SPT-Bohrungen der sicherste Weg, um das Baugrundmodell abzusichern.
Eine SPT-Schlagzahl N30 unter 4 in feinsandigen Auesedimenten bedeutet fast immer, dass ohne Bodenverbesserung keine Flachgründung möglich ist.
Leistungsmerkmale in Bonn

Typische technische Herausforderungen in Bonn
Mit einer Einwohnerdichte von über 2.600 pro Quadratkilometer in der Kernstadt und einem wachsenden Druck zur Nachverdichtung werden in Bonn zunehmend Baugruben in direkter Nachbarschaft zu alter, setzungsempfindlicher Bausubstanz ausgehoben. Der letzte große Einschnitt für das Baugeschehen war das Hochwasser von 2021, das die Dynamik der Rheinsedimente und die Anfälligkeit der Flussufer für Erosion drastisch vor Augen führte. Wird in solchen Lagen auf eine ausreichende Anzahl von SPT-Bohrungen verzichtet, können lokale Schwächezonen wie locker gelagerte Flugsande oder organische Einschaltungen unentdeckt bleiben. Die Folge sind ungleichmäßige Setzungen, die sich über Jahre hinziehen und zu Rissen im aufgehenden Mauerwerk führen. Der SPT liefert hier die punktuelle Tiefeninformation, die für eine sichere Bemessung von Pfahlgründungen oder Bodenplatten in der Zone 1 des Erdbebenkatalogs nach DIN EN 1998-1/NA erforderlich ist.
Unsere Leistungen
Die SPT-Bohrung ist Teil eines abgestimmten Erkundungskonzepts, das wir je nach Bauwerksklasse und Baugrundrisiko zusammenstellen. Für den Bonner Raum bieten wir folgende Kernleistungen an:
SPT-Rammkernbohrung im Trocken- und Spülbohrverfahren
Kombinierte Aufschlussbohrung mit durchgehender Gewinnung von Güteklasse-3-Proben nach DIN EN ISO 22475-1 und Ausführung des SPT im Bohrlochtiefsten. Geeignet für die Erkundung von rolligen und bindigen Wechsellagerungen bis in Tiefen von 30 Metern.
Korrelation SPT – CPT und bodendynamische Kennwerte
Ableitung des Reibungswinkels, des Steifemoduls und der undränierten Scherfestigkeit aus der Schlagzahl N60. Ergänzende CPT-Sondierungen zur Kalibrierung des Baugrundmodells und zur Bestimmung der Bodenklasse nach DIN EN 1998-1 für den Erdbebennachweis.
Häufige Fragen
Was kostet eine SPT-Bohrung in Bonn inklusive Auswertung und Bericht?
Für eine SPT-Bohrung mit durchgehender Kerngewinnung, Ausführung des Standard Penetration Tests in mehreren Tiefen und einem geotechnischen Kurzbericht nach EC 7 liegen die Kosten im Raum Bonn üblicherweise zwischen 500 und 600 Euro pro Bohrmeter. Der Endpreis hängt von der erforderlichen Tiefe, der Zugänglichkeit des Geländes und der Anzahl der SPT-Versuche ab.
Wie viele SPT-Bohrungen sind für ein Einfamilienhaus in Bonn-Venusberg erforderlich?
Nach den Empfehlungen des Arbeitskreises Baugrund (DGGT) sind für ein Einfamilienhaus auf einem Hanggrundstück mindestens zwei SPT-Bohrungen mit Tiefen von 6 bis 8 Metern anzusetzen, um die Schichtneigung und die Konsistenz der tertiären Tone sicher zu erfassen. In Hanglagen wie Venusberg oder Ippendorf ist die Kombination mit einer Rammsondierung DPH oft sinnvoll, um die Gründungssohle genau festzulegen.
Führen Sie die SPT-Bohrung auch bei laufendem Baubetrieb oder auf beengten Grundstücken aus?
Ja, wir setzen kompakte Raupenbohrgeräte mit einem Platzbedarf ab 1,80 Meter Breite ein, die auch die Durchfahrt durch enge Bonner Hinterhöfe oder die Aufstellung auf bereits abgeböschten Baugrubensohlen ermöglichen. Die Lärmemission ist vergleichbar mit einer schweren Rüttelplatte, und wir stimmen die Bohrzeiten mit der Bauleitung ab, um den Betriebsablauf nicht zu stören.