Bonn
Bonn, Germany

Schürfgrube (Sondierbohrung) in Bonn – Geotechnische Aufschlüsse für die Rheinschiene

Ein Ingenieurbüro in der Bonner Weststadt plante die Nachverdichtung eines Blockrandbaus auf einer Parzelle, die in den Karten des Geologischen Dienstes NRW als Teil der Niederterrasse des Rheins ausgewiesen war. Die vorhandenen Erkundungsdaten endeten jedoch in einer Tiefe, die für die geplante zweigeschossige Tiefgarage nicht ausreichte. Genau hier setzt die Schürfgrube als direktes Aufschlussverfahren an: Statt nur zu bohren, öffnet sie den Untergrund auf einer Fläche, die eine detaillierte, händische Schichtansprache nach DIN EN ISO 14688 ermöglicht. In Bonn, wo quartäre Kiese und Sande in unregelmäßiger Mächtigkeit auf devonischem Festgestein lagern, liefert die Kombination aus Schürfgrube und tieferreichender Sondierbohrung das belastbare geologische Modell, das der Prüfstatiker für den Standsicherheitsnachweis verlangt.

Die Schürfgrube bleibt das einzige Aufschlussverfahren, bei dem der Geotechniker das Bodengefüge mit eigenen Augen sieht und nicht aus Messwerten rekonstruieren muss.

Leistungsmerkmale in Bonn

Zum Einsatz kommt in Bonn ein mittelschwerer Schreitbagger mit Neigelöffel, der im städtischen Umfeld wendig genug ist, um auch beengte Hinterhofsituationen zu bedienen. Die Grube wird lagenweise abgetieft, wobei jede Schicht sofort vom begleitenden Ingenieurgeologen aufgenommen wird – Korngröße, Lagerungsdichte, Plastizität und Wasserzutritte werden im Feldprotokoll vermerkt. Aus den entscheidenden Horizonten entnehmen wir gestörte Proben für die Korngrößenanalyse und ungestörte Ausstechzylinder, falls spätere Triaxialversuche anstehen. Die maximale Tiefe richtet sich nach der Standsicherheit des Verbaus, wobei wir im Bonner Raum bei rolligen Böden ab 2,50 m mit einem Grabenverbaugerät arbeiten. Das Verfahren eignet sich hervorragend, um die Lagerungsverhältnisse direkt zu beurteilen – eine Information, die bei rein indirekten Sondierungen oft im Interpretationsspielraum untergeht.
Schürfgrube (Sondierbohrung) in Bonn – Geotechnische Aufschlüsse für die Rheinschiene
Schürfgrube (Sondierbohrung) in Bonn – Geotechnische Aufschlüsse für die Rheinschiene
ParameterTypischer Wert
Maximale Aufschlusstiefe (ohne Verbau)1,25 m nach DIN 4124
Maximale Aufschlusstiefe (mit Verbau)bis 4,50 m (Grabenverbaugerät)
Typische Grubenabmessung1,80 m × 1,20 m (Löffelbreite)
Probennahme gestörtEimerproben je Schicht, ca. 20–30 kg
Probennahme ungestörtAusstechzylinder ∅ 100 mm, Länge 200 mm
DokumentationFotodokumentation aller Grubensohlen
Referenznorm AnspracheDIN EN ISO 14688-1:2018

Typische technische Herausforderungen in Bonn

Die DIN 4020 fordert für jede Baumaßnahme der geotechnischen Kategorie GK 2 eine hinreichende Anzahl direkter Aufschlüsse. In Bonn betrifft dies nahezu jedes Bauvorhaben südlich der Siegmündung, da die quartären Lockergesteine der Niederterrasse in ihrer Tragfähigkeit stark variieren – von dicht gelagerten Kiesen mit hervorragenden Bettungsmodulen bis hin zu locker gelagerten, hochliegenden Sanden, die bei Wasserzutritt zu Setzungsfließen neigen. Wer hier allein auf Rammsondierungen setzt, übersieht leicht die dünnen, aber folgenreichen Schlufflinsen, die als Wasserstauer wirken und bei Aushubfreilegung zum hydraulischen Grundbruch führen können. Unser Team hat im Bonner Raum mehrfach erlebt, dass erst die Schürfgrube jene Wechsellagerungen aufdeckte, die in den Sondierdiagrammen nur als unscharfe Widerstandsspitze erschienen waren. Die Nachbearbeitungskosten einer unerkannten Baugrundanomalie übersteigen den Aufwand für einen direkten Aufschluss um ein Vielfaches.

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Anwendbare Normen: DIN 4020 – Geotechnische Untersuchungen für bautechnische Zwecke, DIN EN ISO 14688-1:2018 – Benennung, Beschreibung und Klassifizierung von Boden, DIN 4124 – Baugruben und Gräben – Böschungen, Verbau, Arbeitsraumbreiten, Eurocode 7 (DIN EN 1997-2:2010) – Erkundung und Untersuchung des Baugrunds

Unsere Leistungen

Unser Leistungsspektrum im Bereich direkter Baugrundaufschlüsse für Bonn und die umliegenden Gemeinden des Rhein-Sieg-Kreises umfasst zwei Kernbereiche, die je nach Fragestellung einzeln oder kombiniert beauftragt werden.

Schürfgrube mit geotechnischer Aufnahme

Maschineller Aushub mittels Schreitbagger, lagenweise Abtiefung und Schichtansprache durch einen Ingenieurgeologen vor Ort. Inklusive Entnahme gestörter und ungestörter Proben, Fotodokumentation der Grubensohle und Erstellung eines Schichtenverzeichnisses nach DIN 4023. Besonders geeignet zur Erkundung von Auffüllungen, zur Beurteilung der Lösbarkeit nach DIN 18300 und zur Feststellung von Kontaminationen im Oberboden.

Kombinierte Erkundung Schürfgrube + Sondierbohrung

Die Schürfgrube erschließt den oberflächennahen Bereich bis 3,50 m, während eine daran anschließende Kleinbohrung die tieferen Horizonte bis zum Festgestein erkundet. Diese Kombination ist in Bonn bei Gründungen auf der Niederterrasse die Regel, da die quartären Lockergesteine oft erst in 6 bis 8 Metern Tiefe vom devonischen Schiefergebirge unterlagert werden. Das Ergebnis ist ein lückenloses Baugrundprofil für die Gründungsberatung.

Häufig gestellte Fragen

Wann ist in Bonn eine Schürfgrube einer reinen Sondierbohrung vorzuziehen?

Immer dann, wenn die oberflächennahen Schichten heterogen sind – typisch für Bonner Innenstadtlagen mit jahrhundertealten Auffüllungen, Kellern und Trümmerschutt. Die Schürfgrube legt diese Schichten flächig frei und erlaubt eine direkte Ansprache von Fremdbestandteilen, Hohlräumen oder alten Fundamenten, die eine Bohrung nur punktförmig erfasst. Auch bei Verdacht auf Kontaminationen im Oberboden ist die Grube das Mittel der Wahl, weil sie eine visuelle Begutachtung und eine repräsentative Probenahme ermöglicht.

Welche Kosten entstehen für eine Schürfgrube mit geotechnischer Aufnahme in Bonn?

Für eine vollständige Leistung – maschineller Aushub mit Schreitbagger, ingenieurgeologische Schichtaufnahme nach DIN EN ISO 14688, Entnahme gestörter Proben, Fotodokumentation und Schichtenverzeichnis nach DIN 4023 – liegt der Preisrahmen je nach Tiefe und Verbauaufwand zwischen 460 und 760 Euro netto pro Grube. Bei beengten innerstädtischen Verhältnissen mit erforderlichem Grabenverbau bewegt man sich am oberen Ende des Korridors.

Wie verhält es sich mit der Verkehrssicherungspflicht während der Schürfarbeiten?

Die Absicherung der Arbeitsstelle erfolgt nach den Vorgaben der RSA 21 (Richtlinien für die verkehrsrechtliche Sicherung von Arbeitsstellen an Straßen) und wird von uns in Abstimmung mit dem zuständigen Tiefbauamt der Stadt Bonn koordiniert. Bei Arbeiten im öffentlichen Verkehrsraum ist eine verkehrsrechtliche Anordnung erforderlich, die wir als Teil der Leistung einholen. Die Grube selbst wird täglich gesichert und nach Abschluss der Aufnahme wieder lagenweise mit dem Aushubmaterial verfüllt und verdichtet, sodass die Fläche unmittelbar weitergenutzt werden kann.

Abdeckung in Bonn